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 15.03.2017

Gesunde Avocado

Wie eine fette Frucht das Wohlbefinden fördert

Foto: nata_vkusidey - Fotolia.com
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Es hat zwar etwas gedauert, aber inzwischen hat sich die Avocado auch hierzulande in der Gunst der Konsumenten durchgesetzt. Bekannt war die Frucht aus der Familie der Lorbeergewächse in Südamerika bereits seit Langem, als die Spanier im 16. und 17. Jahrhundert im Zuge der „Conquista“ große Teile Mittel- und Südamerikas unter ihre Herrschaft zwangen. Die Eroberer brachten die ölhaltige Avocado damals dann mit nach Europa. Bereits vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus sollen die dort lebenden indianischen Kulturen die Avocado als im wahrsten Wortsinn wertvolles Nahrungsmittel geschätzt haben.

 

So geht denn auch der Name der Avocado auf aztekische Ursprünge zurück. Diese frühen Bewohner Mexikos bezeichneten die Frucht als „ahuacatl“, was so viel wie „Hoden“ bedeuten soll. Im Spanischen wurde daraus dann Avocado und die Briten ließen sich sogar den Begriff „Alligator pear“, also Alligator-Birne, für das Gewächs einfallen. Zwar waren es ebenfalls die Spanier, die gegen Ende des 20. Jahrhunderts damit begannen, Avocadobäume auch in Europa anzubauen. Den Ruf als weltweit eifrigste Avocadokonsumenten der Neuzeit haben sich jedoch die Franzosen erworben. In dem Nachbarland lernten dann auch die modernen germanischen Eroberer, die deutschen Touristen, die Frucht kennen und schätzen.

 

Dabei machte sich die Avocado bislang vor allem aufgrund ihres angenehm schmeckenden Fruchtfleischs Freunde. Welchen umfassenden Beitrag die Frucht jedoch zu unserem körperlichen Wohlbefinden leisten kann, hat sich noch vergleichsweise weniger herumgesprochen. Da ist zunächst ihr hoher Gehalt an Öl zu erwähnen, das aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren besteht. Sie wirken cholesterinsenkend und reduzieren das Risiko von Herzinfarkt- und Schlaganfallerkrankungen. So wie wir es auch von Olivenöl kennen.

 

Wegen ihres hohen Ölgehalts, der nur von der Olive übertroffen wird, begegnen manche Menschen der Avocado mit Zurückhaltung. Dabei kann diese fälschlich als Kalorienbombe abgestempelte Frucht sogar beim Abnehmen helfen. Denn der Körper bedient sich der ungesättigten Fettsäuren als Energie-Quelle und lagert sie nicht als Körperfett ab. Außerdem heizt das Enzym Lipase die Fettverbrennung an. So kommt es zu dem widersprüchlich erscheinenden Effekt, dass die fettreiche Frucht langfristig zum Abbau von „Hüftgold“ beiträgt.

 

Doch die Liste der in einer Avocado enthaltenen Wertstoffe – und damit Vorteile für das Wohlbefinden – lässt sich noch problemlos verlängern. Ihr hoher Gehalt an Eiweiß und Mineralstoffen, insbesondere Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor, sowie an den Vitaminen A, D, E, K und jenen der B-Gruppe, speziell B6, machen die Avocado zu einer der Gesundheit förderlichsten Früchte überhaupt. Und, nicht zu vergessen, sie ist auch noch kosmetisch hilfreich: Die ungesättigten Fettsäuren der Avocado halten die obere Hautschicht feucht und damit weich. Gleichzeitig wirken Antioxidantien der Alterung der Haut entgegen. Kein Wunder, dass bei der Summe dieser „benefits“ Kenner die Avocado als regelrechte „Superfrucht“ feiern.


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